Samstag, 17. März 2018

Ich war's nicht

Lila Blüten tauen sanft
Auf dem verziehenden Dunst unserer Liebe.

Aschevögel haben sie zärtlich begraben.

Niemand konnte herausfinden, wann sie gestorben war. Und woran genau.

Jeden Tag
Besuche ich das Grab.

Die blaue Luft schärft den Blick.

Und ich erkenne erleichtert

Meine blutlosen Hände.

Montag, 12. März 2018

Mozärtlich

Bin nicht sicher, aber vielleicht habe ich heute endlich etwas über Mozart verstanden.
Er wählt die Töne zwar mit Bescheidenheit, aber eben nicht, wie lange von mir gedacht, mit Einfalt. Die Musik ist gar nicht trivial.
Die Tragödie scheint mir in denjenigen Tönen zu liegen, die er bewusst nicht geschrieben hat. Und diese Kontrolle ist nur Ausdruck des eigentlichen Schmerzes.

Ist das absurd?
Oder spiegele ich nur mein eigenes schmerzliches, mutvolles Verschweigen in eigentlich fröhlichen Melodien?

Dienstag, 30. Januar 2018

Leaving him

It's a fucking huge price to pay for no regrets.

Samstag, 30. Dezember 2017

Confession #2 MZ

You are my Mickey Milkovich.

Sonntag, 24. Dezember 2017

He knows, but has no idea

I told him.
He knows about the dreams.
But he can not guess what all of this means.

Samstag, 25. November 2017

Im SPA Bereich

Noch ein weiterer Moment, den ich festhalten muss.


Dritter Tag des Kongresses. Du warst mir bereits aufgefallen.
Ich gebe zu, ein wenig nach einem Augenpaar gesucht zu haben, in dessen Licht ich mich herausgefordert fühlen könnte.
Aber dein Blick fiel dann nicht nur auf die lichtvolle Oberfläche, sondern deine Wachheit und Intelligenz verschafften Dir sofort eine Vorstellung, wie ich wirklich bin. Und als ich spürte, dass du Gefallen daran fandest, wurde ich beinah schwach vor Verlangen.

In der Mittagspause verließ ich den Vortragssaal und saß bald für vielleicht eine halbe Stunde allein mit dir in einem Straßencafé bei ahnungsvoller Septembersonne, nachdem die anderen bereits gegangen waren. Wir sprachen professionell und freundlich und vielleicht sogar schon ein bisschen ehrlich miteinander. Dabei fassten Deine Blicke meine Haut an. Ich spürte die Bereitschaft meiner Nervenzellen, sich voll auf deinen Körper einzulassen.
Wir verabschiedeten uns, wieder professionell und freundlich.

Doch ich ging nicht zurück in den Sitzungssaal; den Vorträgen würde ich ohnehin nicht mehr folgen können.

Ich trabte mit großen schwungvollen Schritten zum Fluss und blickte in die reißenden Strömungen. Ich atmete drei Mal bewusst. Sog tief die Luft durch die Nase in meine Lungen und stieß die kontrolliert langsam wieder durch den Mund aus. Ich spürte ein Zittern auf meinen Wangern, bald ein meinen ganzen Körper durchspürendes wärmendes Gefühl.

Ich ging ins Hotelzimmer. Fasste mein Gesicht an, während ich mich im Spiegel sah, fand mich schön.

Also schlüpfte ich in den Badeanzug und verließ mein Zimmer mit dem viel zu großen Hotelbademantel und den zu großen Hotelschlappen Richtung Hallenbad.

Die Schlappen machten ein leises Abrollgeräusch auf dem blauen Teppichboden im Hotelflur. Flap, flap.

Im Hallenbad war ich allein. Ich legte mich in die Sauna, die nicht wirklich heiß war, eher ein wenig warm. Die Hitze in mir über meinen schönen einsamen Körper, die Hitze, die deine Nähe hinterlassen hatte, durchströmte mich lustvoll. Ich schloss die Augen, um mich ganz auf meine Lust zu konzentrieren.

Meine Schritte führten mich aus der Sauna zur Damentoilette. Es war ein einzelner kleiner Raum ohne Abtrennungen, nur mit einer einzelnen Toilette, einem Waschbecken mit Spiegel und einem silbernen Papierspender.

Ich schlüpfte aus dem Badeanzug, stellte mich breitbeinig gegenüber des Papierspenders, an dem ich mich mit der linken Hand festhielt. Mit der rechten Hand gab ich mich der Lust hin und stellte mir vor, dich hinten zwischen meinen Beinen zu spüren. Dabei sah ich mein vom gewölbten Papierspender verzerrtes Spiegelbild, ohne dass es mich störte. Es war das erste Mal seit langem, dass ich Lust empfunden hatte, wirkliche Lust, und mich einer Fantasie hingeben konnte, die in all ihrer Verbotenheit und akuten Dringlichkeit eine Erfüllung einhielt.

Danach wusch ich mich kurz unter der Dusche und schwamm ein paar Mal durch das Becken, erregt von meinem verdorbenen Geheimnis und die Tatsache verarbeitend, dass sich mein inneres Verhältnis zu dir von einer süßen Lust zu einer schmerzhaften Faktizität veränderte: ich wollte dich besitzen; ich hätte dich besessen, wenn mein "er" und deine "sie" nicht wären.

Noch hielt ich es dennoch für vergänglich süße Schmach.
Doch seit du am selben Abend deine Hand auf mein Knie so zart legtest, inmitten der Großveranstaltung unter der schweren Tischdecke, seitdem spüre ich diesen Stich in der Brust, diesen Stich, den man nur zu ertragen lernen kann, aber der niemals heilbar ist.

Sonntag, 19. November 2017

Tür (2)

Ich war nach Hamburg gefahren. Mit ein paar Leuten, fast zufällig.
Ich sitze in Hamburg auf dem Uni Campus. Ich weiß, dass ich mich von den anderen entfernen muss, um Dich zu suchen.
Ich verschwinde unter einem Vorwand. Ich durchkämme den Campus. Ich durchsuche die Gebäude, blicke auf jedes Schild vor jeder Tür. Hier ist die Verwaltung, hier Prof. Soundso.
Ich weiß, du müsstest irgendwo im zweiten Stock sein.
Falsch. Dort ist nur jemand mit deinem Namen. Dein Vater.
Ich suche weiter. Vielleicht im fünften Stock. Ich habe Hunger, Durst. Ich renne durchs Treppenhaus. Überall Türen, nirgendwo dein Name. Ich fahre Aufzug. Türen. Vielleicht verlässt du gerade eben das Gebäude. Leere Gänge. Ich muss dich heute noch finden, morgen ist doch Sonntag und du bist nicht da. Die Sonne geht unter. Ich erschlaffe. Ich habe dich nicht gefunden, aber ich weiß, du bist irgendwo nah. Hoffentlich bist du nicht in einer anderen Stadt auf einer Tagung. Aber nein. Von einer Tagung wüsste ich doch. Ich bin so erschöpft und durstig und hungrig. Zum Glück habe ich noch ein schönes Hotelzimmer in der Uni bekommen. Ich schlafe. Früh morgens will ich am liebsten sofort los, weitersuchen. Aber ich muss dringend duschen, so kann ich dir nicht begegnen. Mein Bruder ist da. Wir finden im Foyer bei einem Stand, der Kleidung verschenkt, ein paar meiner Pullis. Zum Glück, so habe ich etwas Frisches zum Anziehen, wenn ich dich endlich treffe. Es ist mir egal, dass meine anderen Pullis verschenkt werden. Hauptsache, ich finde dich. Ich muss dich suchen. Ich suche dich, die Treppenhäuser, die Türen, die vielen Türen. Ich denke, es muss doch zu schaffen sein, dich zu finden, bevor ich aufwache. Ich will dich so unbedingt finden. Ich bin völlig aufgelöst vor Sehnsucht nach dir. Ich bin extra hier, um dich in kalkuliertem Zufall zu treffen, weil es ja ein Verrat an X wäre, mich mit einem anderen Mann zu verabreden, der mich liebt wie du es behauptest. Doch wo kannst du nur sein, wo. Das ist doch dein Campus, aber wo ist dein Büro. Ich weiß gar nicht, was ich dir sagen will, wenn ich dich finde. Ich will dich einfach finden. Ich will einfach bei dir sein. Ich will lieber mit dir zusammen verzweifelt sein als alleine. Du.
Ich suche dich in anderen Gebäuden, es ist zum Haare raufen. Treppenhäuser, Gänge, Türen.
Der Wecker klingelt.
Ich presse die Augen zusammen und schalte ihn ganz schnell aus. Ich muss dich noch finden, bevor ich aufwache. Ich kann unmöglich mit der Suche in den Tag starten. Ich klappere noch ein paar Türen ab. Aber es ist zu spät. Ich bin aufgewacht. Eine Träne läuft aus meinem linken Auge über die Schläfe in mein Haar. Ich öffne die Augen langsam. Ich greife mir mit beiden Händen fest ins Haar. Scheiße. Ich reibe mein ganzes Gesicht. Fühle nochmal genau, was ich gefühlt habe. Ich frage mich halbwach, ob ich, wenn X nicht wäre, vielleicht wirklich einfach mal nach Hamburg fahren würde. Es ist so weit weg. Ich weiß auch gar nicht wirklich, wer du bist.

Ich erinnere mich nur an den Moment, als inmitten von Menschen, ich dich gefunden hatte. Dich begann zu verstehen und zu mögen. Die Intuition war stark zwischen uns und verwandelte sich in Intimität, als du mir immer öfter impulsiv über den Rücken oder den Oberschenkel gestrichen hast, einfach so, und in deinem Gesicht konnte ich sehen, dass du erst in diesem Augenblick gemerkt hast, was du gerade tatest.
Aber als du inmitten der Abendveranstaltung unter der schweren Tischdecke dein Bein an meines gedrückt hattest, und ich mich den Druck erwidern spürte, da war es kein plötzlicher Impuls mehr. Als du deine Hand so zart auf mein Knie gelegt hast unterm Tisch. Es war kaum ein Anfassen, kaum eine Berührung, es war der zarteste Kontakt, den mein Knie je gehabt hat und mein Herz. Du hast später gesagt, du musstest das einfach tun. Und ich wusste das. Ich musste auch einfach von dir berührt werden. Ich musste.

Und diese Dringlichkeit ist mir noch heute unbegreiflich, überfordert mich jetzt Wochen später immer noch. Wir haben alles mit Worten wieder in Ordnung gebracht. Du bei ihr, ich bei ihm. Alles sicher verpackt. Aber ich weiß, dass du zumindest in dieser Nacht mit mir an einen anderen Ort gegangen wärst. Du hättest mich unter den Arkaden gegen das alte Gemäuer gedrückt und geküsst und allem Ausdruck verliehen, was du fühltest, mit Taten, nicht mit Worten. Vielleicht wäre es dabei geblieben. Ich weiß das alles nicht.

Ich weiß nur, dass ich da nicht einfach so drüber komme.

Ich straffe mich, stehe auf, reiße das Fenster auf. Kalte Novemberluft schlägt mir entgegen, ein unruhiger grauschwarzer Himmel entfärbt den Tag.

Ich hatte dich nicht gesucht und doch gefunden.
Und jetzt? Suche ich dich, obwohl ich es mir verboten hatte, und versuche mit aller Kraft, dich nicht zu finden.

Mittwoch, 25. Oktober 2017

you never know

thats the fuckin point

you sayin

"sometimes one meets special peope"


thats the thing

this is you

you sometimes meet people

and maybe you... tell themthesame frickin words you told me

and these totally displaced words were exactly what made me shiver

and now

that whole thing makes me just wish to go away




with you fuckin asshole.

...

Ja mit letzten Kräften gestehe ich meine Kraftlosigkeit.

Ich möchte die Zusammenhänge erfassen
Ist es das Müssen, das Verschieben, das schwerfällige Klettern Schritt für Schritt, das mich so ermüdet und ermattet?
Sind diese äußeren Stressfaktoren die Ursache für meine Krankheit, der Grund für die etlichen ätzenden Liebessymptome? Das aussichtslose Fantasieren, das elende sehnsuchtsvoll vermeidende Sich-Verträumen in haltlosen Fiktionen? Die Erinnerung, die J. in mir erweckt hat, macht mich so wach, so empfänglich für diese Art Wahnsinn, derer ich an ihm Ziel und Zeuge wurde....
Dass ich jetzt in Kollegen heiße Dringlichkeiten ungewollt süß träume, an R. mich am liebsten unverschämt nah heran wagen würde, ausformuliere, was da ist.... und gleichzeitig kaum ertrage, das J. mir vielleicht genau jetzt schreibt, meine Nachricht liest, oder mit sich ringt, und so schwer atmet, wie er atmete, als er diese zwanzig Zentimeter neben mir ging und sein ganzer Körper und sein Geist mich besitzen wollten und er es nicht durfte. Und er sich entschuldigte dafür, das Wort Liebe zu verwenden.

Ich habe so etwas noch nicht erlebt. Ich bin so kraftlos, Wilhelm.

Seither gibt es so viele Momente, in denen ich nur noch so tue als hätte ich mein eigentliches Leben wieder aufgenommen.

Ob ich noch manchmal gerne daran denke, fragte er mich und ich schwieg zehn Tage lang. Und ohne zu antworten, schrieb ich nur, ich hätte etwas Distanz für gut gehalten. Welch eindeutige Aussage, die ja auch so wahr ist.

Aber wahr sind auch die letzten Minuten, welche Begründungsmuster man ihnen auch zugrunde legen mag - es liegt so viel Wahrheit darin, dass es wehtut.

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